Ursula Baatz, Michael Hauser, Stephan Schaede

Ursula Baatz, Michael Hauser, Stephan Schaede

moderiert von Jakub Ort

Heroischer Atheismus?

 

1958 veröffentlichte der tschechische Evangelisch-Lutheranische Pfarrer und Hussitische Theologe Josef Hromádka sein Evangelium für Atheisten. Es war der Versuch, christliche  Glaubenssätze und Soziallehre mit den radikal anti-religiösen Dogmen des Kommunismus zu versöhnen. Der Atheismus hat in Tschechien eine lange, gegen die Herrschaft von Staat und Kirche gerichtete Tradition. Im real-existierenden Sozialismus sowjetrussischer Prägung wurde die anti-religiöse Haltung zur Staatsräson. Heute bezeichnet sich eine große Mehrheit der Bürger Tschechiens als Atheisten, bei näherem Nachfragen aber trotzdem als Gläubige. Wie passt das zusammen?

Über Glaube und Nicht-Glaube in der post-religiösen und post-ideologischen Gesellschaft spricht und diskutiert dieses deutsch-tschechisch-österreichische, theologisch-philosophische Symposium.

 

Spekulative Einführung von Michael Hauser

Wie kann man die Zeit, in der wir leben, bezeichnen? Was hätten Luther und Lenin zu unserer Gegenwart und zu uns persönlich gesagt? Wie hätten sie unsere Gegenwart reflektiert? Was würden sie an unserer Stelle tun?

Einen Dialog mit abwesenden Gestalten zu führen bedarf Kreativität und politisches Engagement. In einem imaginären Gespräch mit den abwesenden M. Luther und V.I. Lenin unternimmt Michael Hauser eine philosophische Diagnose unserer Zeit.

 

(Tschechisch und Deutsch, 90 Min, Bühne 2)

 

Ursula Baatz ist Philosophin und Journalistin aus Wien mit einem Schwerpunkt auf religionswissenschaftliche Themen. In ihren Arbeiten sucht sie die Verbindung zwischen christlichen und fernöstlichen religiösen Lehren.

 

Michael Hauser ist ein tschechischer Philosoph, der sich mit kritischer Theorie, Neo- und Post-Marxismus beschäftigt. Er forscht am Philosophischen Institut der Akademie der Wissenschaften und lehrt an der Karlsuniversität.

 

Stephan Schaede ist evangelischer Theologe und Philosoph und Direktor der Evangelischen Akademie, Loccum. In seinen Forschungen beschäftigt er sich mit begriffsgeschichtlichen und ethischen Grundfragen in Theologie und Naturwissenschaften.

 

Jakub Ort studierte protestantische Theologie. Er schreibt für das Monatsmagazin Protestant  und moderiert die Sendung Hergot! auf Radio Wave. Außerdem gehört er zum Klinika Kollektiv, einem besetzten Haus in Prag-Žižkov.