Alexander Kluge

Alexander Kluge

Von Reformation bis Bombentrichter

 

„Nachrichten von Gott nur über das Ohr.“  Kluges mehrteilige Text- und Videoarbeit schlägt einen Bogen von der Zeit des „gemäßigten Ikonoklasten“ Martin Luther bis zur Moderne. Sie ist die einzige Arbeit im Rahmen von #LutherLenin, in der Bilder und Worte zu sehen aber nicht zu hören sind. In ihrer Dekonstruktion und Rekontextualisierung historischer Szenen und Zitate geht sie den umgekehrten Weg Luthers, für den Bilder und Taten zu den diesseitigen Werken zählten, während allein die gehörten Worte eine Verbindung zur Gnade Gottes herstellten. Wir begegnen Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil, der mittelalterlichen Strafgerichtsbarkeit, Luther in der Mönchszelle, Soldaten im Ersten Weltkrieg und den Zellen eines ehemaligen DDR-Gefängnisses in der Lutherstadt Wittenberg, für die diese Arbeit ursprünglich entstanden ist.

 

(3-Kanal Videoinstallation, 20 Min, Deutsch mit Tschechischen Untertiteln)

 

Alexander Kluge ist Jurist, Soziologe, Schriftsteller, Filmemacher und Fernsehproduzent und eine der wichtigsten künstlerischen politischen Stimmen Deutschlands. Seine literarischen und filmischen Arbeiten schieben listig Zeiten und Interpretationen ineinander, um neue Bedeutungen hervortreten zu lassen. In den 1960er-Jahren war er einer der Begründer des deutschen Autorenfilms. Mit seinen seit den späten 1980er-Jahren bespielten „Kulturfenstern“ im privaten Fernsehen mit ihren Text-Bild-Montagen und ihrer spielerischen Verquickung von Fakten und Fiktionen nahm er zentrale Entwicklungen in Internet und Social Media vorweg.